Entstehung der Sprache

Woher kommt Klingonisch?

Klingonisch ist ein künstliche Sprache, die eigens für die außerirdische Rasse der "Klingonen" in Star Trek erfunden wurde. Die ersten Begriffe wurden 1979 für den ersten Star-Trek-Kinofilm von James Doohan ("Scotty") entworfen und enthielten einige rauhe Laute aus der schottischen Sprache. Insgesamt war dies aber nur eine Handvoll Wörter ohne direkte Übersetzung und auch ohne Grammatik. Diese Grammatik entwickelte der durch den von Paramount beauftragte Linguist Marc Okrand 1984 für den Kinofilm "Star Trek III: Die Suche nach Mr. Spock".

Marc Okrand

Der 1948 in Los Angeles geborene Dr. Marc Okrand ist ein Linguist, der 1977 an der University of California promovierte. Ursprünglich arbeitete Okrand an Sprachen amerikanischer Indianer, wobei er auch für Klingonisch fündig wurde. Der ungewöhnliche Laut tlh im Klingonischen ist zum Beispiel Teil des phonetischen Inventars von Nahuatl.

Okrand steht auch heute noch in engem Kontakt mit dem US-amerikanischen Klingon Language Institute und mit dem Deutschen Klingonisch-Institut. Er hat viel Spaß daran, regelmäßig neue klingonische Vokabeln zu kreieren und Klingonisten bei ihren Übersetzungsprojekten zu unterstützen.

Die einzigen lizensierten Bücher zur klingonischen Sprache wurden von Marc Okrand geschrieben. Er definiert damit den "Kanon" der Sprache. Mehr Informationen zu den Büchern gibt es unter dem Stichpunkt Literatur.

Marc Okrand 2019
Marc Okrand 2019

The Klingon Dictionary

The Klingon Dictionary

Kurz nach Star Trek III wurde 1985 das offizielle Wörterbuch veröffentlicht, Originaltitel „The Klingon Dictionary“. Das, was zuerst nur als typisches Merchandise gedacht war, entpuppte sich schnell als Grundlage für eine ganze Popkultur. Grund dafür war, dass dieses Buch mehr als nur ein Scherz war, sondern eine komplette Grammatik und einen soliden Vokabelstamm enthielt.

In den Folgejahren wurde das Buch weltweit über 300.000 mal verkauft und in vier Sprachen übersetzt.

Der Star-Trek-Boom

Durch die mehrfachen Auftritte der Klingonen in mehreren Serien und auch Filmen vor allem in den Neunzigern des vorigen Jahrhunderts wurde immer mehr Klingonisch verwendet und es entstanden neue Wörter. Es kam eine überarbeitete Version des Wörterbuchs heraus und Marc Okrand veröffentlichte zwei weitere Bücher, wodurch der Wortschatz von knapp 1.500 auf über 2.400 Wörtern fast verdoppelte.

— Details zu den Büchern gibt es unter → Literatur

Weitere Entwicklung

Nach dem letzten Buch Okrands gab es keine offiziellen Updates mehr, aber die Sprache hatte sich gefestigt und wuchs quasi selbständig. Grund dafür war Marc Okrand selbst, der auf Anfrage der Fangemeinde regelmäßig neue Wörter zur Verfügung stellte, aber auch die Medien, die auch außerhalb von Star Trek gerne Klingonisch verwendeten. So kam es 2006 zu einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, wonach Klingonisch als „die am meisten verwendete Sprache ihrer Art“ ist. [1]

Aktueller Stand

Die klingonische Sprache enthält heute definitiv mehr als 4.000 Wörter. Die Zahlen schwanken zwischen 4.100 und 4.300 je nachdem, was man als Wort definiert.

Klingonisch ist offiziell anerkannt und hat eine Eintragung in der DIN, den ISO-Normen und verschiedenen anderen Normierungsinstituten. Die Sprache taucht auf in Filmen, in TV-Serien, in der Literatur, Musik und Theaterstücken. Klingonisch ist lebendig und beliebter als je zuvor, was auf diversen Faktoren basiert. Was ursprünglich als rudimentäre Requisite für einen Film entstanden war, ist heute eindeutig alltagstauglich und vollständig geworden. Die Vielseitigkeit der Sprache ist in vielen Projekten immer wieder sichtbar geworden, wie in der Übersetzung diverser Weltliteratur wie „der kleine Prinz“, als auch in der kompletten Untertitelung der ersten Staffel von Star Trek: Discovery.

Die konstante Weiterentwicklung der Sprache zeigt sich in den kürzlich entdeckten Wörtern für „Impfung“ auf Klingonisch und dem damit verbundenen Berichten in der Presse:  Heise online: Coronavirus-Epidemie bereichert den Klingonisch-Wortschatz

Quellenangaben

1. "Guinness World Records 2006" (deutsche Ausgabe)", (2005), Seite 140