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Nicht immer ein Zungenbrecher

Klingonische Aussprache

Auf vielen Seiten kann man hier etwas über Klingonisch lesen, aber hier muss mal etwas erwähnt werden, über das man eigentlich nicht schreiben kann, sondern es hören muss: die Aussprache.
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Tabelle mit phonetischen Symbolen

Klingonisch ist immer in Lautschrift!

Neulich hat man mich per E-Mail gefragt, wie man das Wort "ja" auf Klingonisch sagt, und zwar nicht wie man es schreibt, sondern wir man es spricht. Es war also eine Lautschrift gewünscht.

Hierzu muss man folgendes wissen: Die klingonische Schreibweise ist eine Lautschrift. Als Marc Okrand vor über dreißig Jahren sein Wörterbuch schrieb, hatte er nur eine normale Schreibmaschine zur Verfügung, so wie auch heute jeder nur eine einfache Tastatur hat – auch wenn man mit dieser schon mehr machen kann als damals. Das hatte zur Folge, dass er keine phonetischen Lautschriftsymbole (wie zum Beispiel das weit verbreitete IPA) verwenden konnte, die manche sicherlich aus verschiedenen Wörterbüchern kennen. Hinzu könnte man sagen – und das ist meine persönliche Meinung – dass es schlichtweg einfacher ist, lateinische Buchstaben zu verwenden, um Klingonisch zu schreiben.

Marc Okrand hat im ersten Kapitel seines Wörterbuchs die Aussprache aller Laute erklärt und dafür die lateinischen Buchstaben verwendet. Als Grundlage hat er die kleinen Buchstaben verwendet, und falls es ein abweichender Laut war, dann verwendete er den Großbuchstaben. Das erklärt, warum es im Klingonischen mitten im Wort große Buchstaben gibt. Daran gewöhnt man sich aber schnell, es sieht aber für Außenstehende sehr seltsam aus und führt oft zu Spott und Missachtung der Sprache. Aber auch daran gewöhnt man sich schnell.

Aussprache des Klingonischen

Die nachfolgende Erklärung ist nicht aus wissenschaftlicher Sicht geschrieben, wird aber auf jeden Fall eine gute Sicherheit erzeugen und einige Anfängerfehler glattbügeln. Für eine perfekt Erklärung braucht man einfach jemanden, der es vorspricht. (Siehe dafür das Video weiter unten)

Vokale

Es gibt wie in den meisten Sprachen fünf Vokale: a, e, I o, u. Hier erkennt man gleich das große I („Ida“), was man nicht mit dem kleinen l („ell“) verwechseln sollte. Hierbei hilft übrigens die Verwendung einer Serifenschrift. Der Buchstabe a klingt immer wie ein A, so wie in Mars oder Ah. Das e ist nie wie in Ehe, sondern immer wie das e in Bett, also eigentlich fast ein ä. Das I – was immer groß geschrieben wird – klingt vielmehr wie ein i in Bitte oder mit. Das o ist ein o und das u ein u. Das mag einfach klingen, aber gerade im Deutschen neigt man dazu, in manchen Silben das o als ein sogenanntes "offenes o" zu sprechen, wie eben im Wort offen. Klingonisch ist aber so wie in Ofen. Den Unterschied erkennt man, wenn man den folgenden Satz laut spricht: "Der Ofen ist offen." Daher heißt unser Klingonischkurs Saarbrücken Namens qepHom auch nicht [kepp-chomm], sondern [kepp-chohm].

Konsonanten

Auf Deutsch auch gerne Mitlaute benannt. Auch hier kann man davon ausgehen, dass die meisten Buchstaben, die klein geschrieben werden, auch einfach zu sprechen sind. Deswegen werden die nachfolgenden Laute auch gar nicht weiter erklärt: b, l, m n, p, t. So einfach ist Klingonisch, nicht wahr? Aber auch die anderen sind nicht so schwierig, man muss es eben nur wissen, wie man sie ausspricht.

Der nächste im Alphabet ist ch. Dieser wird übrigens als einzelner Buchstabe betrachtet: es gibt nie ein Wort, indem nur ein c oder ein h steht. Dieser Laut entspricht etwa dem tsch in Tschüs. Das klingonische Wort für Erlaubnis ist chaw' und klingt genauso wie Ciao. Das Wort für klein ist mach und reimt auf Matsch.

Der Buchstabe D wird immer groß geschrieben, weil er nicht ganz wie ein übliches D klingt. Auf den Unterschied möchte ich aber nicht eingehen, weil eine falsche Aussprache nicht zu Missverständnissen führen kann.

Ganz anders beim nächsten, dem gh. Dieser Laut klingt wie ein gerolltes R im Französischen rouge, dabei muss man im Hals etwas gurgeln. Das Problem dieses Buchstabens ist, dass er dadurch leicht mit dem r verwechselt werden kann. Noch schwieriger wird es, wenn r und gh zusammentreffen.

Der folgende Buchstabe ist die stimmlose Version von gh und wird auch immer groß geschrieben. Das H würde man im IPA-Alphabet als kleines x darstellen, also nicht das große X. Er klingt wie der Laut in Ach, muss aber sehr rau klingen. Es gibt Regionen in Deutschland, wo das Wort Bach sehr zart gehaucht klingt. Der klingonische Befehl zum Schießen ist aber sehr kratzend: baH!

Das j ist recht einfach, wenn man Englisch kann, denn es ist wie das J in DJ – also [diedschäi] – oder das Wort Dschungel. Auch der nächste ist eigentlich einfach, jedoch hat der Buchstabe ng die Besonderheit, auch mal am Anfang eines Wortes zu stehen. Klingonisch DIng klingt genauso wie Ding, und das Wort für wegnehmen nge' hört sich an wie der Name "Inge" ohne das erste I. Das erfordert etwas Übung.

Das kleine q ist fast wie ein übliches K, aber die Zunge steckt dabei weiter hinten im Hals. Beim großen Q wird das q zusammen mit dem H gesprochen und erzeugt dadurch ein sehr raues kratzendes Geräusch: KCHRRRR. Das kann man kaum erklären, sondern muss man hören. Auch hier ist wieder das Problem, dass manche Deutsche das Wort "kratzen" entweder mit einem deutlich hörbaren R sprechen, andere jedoch das Klingonische Q erzeugen.

Der Buchstabe r ist schwer zu definieren, Hauptsache, man unterscheidet es vom gh. Im Grunde ist es fast wie ein gerolltes R.

Das S ist in etwa wie ein sch: sich wundern SIv reimt sich auf Schiff und SIp Gas klingt wie das englische ship. Niemals wie ein deutsches S!

Wie oben schon angedeutet, ist das v so ähnlich wie ein F, aber dabei stimmhaft. Wer Englisch kann, wird es kennen aus Wörtern wie living room oder Elvis.

Das w ist eigentlich ein u! Während was oft klingt wie "vas", sollte es auf Klingonisch klingen wie "Uh-as".

Das y ist wie im englischen yes oder das deutsche j in ja.

Der letzte Laut, der hier fehlt wurde absichtlich zum Schluss aufgehoben, weil er die längste Erklärung braucht. Im Grunde genommen ist die schriftliche Erklärung sehr einfach, aber die Durchführung ist wirklich nicht leicht: um das tlh zu sprechen, legt man die Zunge dahin, wo man ein T sprechen würde, spricht gleichzeitig aber ein L. Eigentlich kennt das jeder schon aus Zusammengesetzten Wörtern wie Bettlaken oder Blattlaus – genau hier in der Mitte steckt das tlh versteckt.: Be-tlhaken und Bla-tlhaus. Oder Lö-tlhampe. Viel Spaß machen dann Wörter wie chechtlhutlh!

Ausnahmen gewünscht?

Man sollte übrigens beachten, dass alle hier erklärten Laute immer so gesprochen werden, wie sie erklärt werden. Es gibt keine Ausnahmen wie im Deutschen, z.B. vor einem doppelten t oder so. Auch werden die Buchstaben am Anfang eines Satzes oder bei Namen nicht groß geschrieben. Das vereinfacht das Ganze wohl etwas.

Und was ist jetzt mit Ja?

Nach dieser ausführlichen Erklärung sollte nun jeder die erste Frage beantworten können: Das Wort für Ja ist auf Klingonisch HIja', und klingt also in etwa wie [chie-dscha], aber eben nur ganz grob. Wer es genau wissen will, sollte an einem Sprachkurs teilnehmen.

Das video zum Text

Da man manches nicht in Worten beschreiben kann, werden in diesem Video alle Buchstaben einzeln erklärt und vorgesprochen.

Dieser Artikel erschien erstmals 2012 im Corona-Magazin, dem umfassendsten Phantastik-Magazin seit 1997, welches seit 2021 unter dem Namen Phantastika vertrieben wird.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde ich mich über einen kleinen Kommentar sehr freuen! Auch wenn es Fragen oder Vorschläge gibt, freue ich mich über jede Art der Rückmeldung. Falls der Kommentar nicht öffentlich sein soll, gibt es natürlich auch viele alternative Kontaktmethoden.

Qapla’!
   Euer Klingonischlehrer Lieven L. Litaer.

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ÜBER DEN AUTOR

Lieven L. Litaer ist Klingonischexperte, Autor, Gründer des Deutschen Klingonisch-Instituts und weltweit bekannt als der Klingonischlehrer überhaupt. Mehr Informationen darüber gibt es auf seiner Seite www.lieven-litaer.de

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